Oft ist es Zufall, Neues kennen zu lernen, andererseits dann doch nicht.

Als mich die Linzer Fotokünstlerin Katharina Acht, die 2016 in der sommmergalerieZöbing ausstellte, zu einer gemeinsamen Unternehmung einlud, war die niederländischen Messe Huntenkunst für mich ein unbekanntes Terrain. Violetta Wakolbinger sei da ihre Partnerin, zu dritt das Budget besser zu verteilen und meine Teilnahme Wunsch, sagte Katharina. Warum nicht? Ich war mit meinen Streifenbildern unterwegs, Katharina und Violetta, auch Fotografin, zeigten Raumabbildungen, die durch Kommen, Vorhandensein, Verschwinden von Personalstaffagen eine vierte Dimension, die Zeit? sichtbar machen. Wirklichkeit und Schatten gehen ineinander über, sind gleichzeitig.
Spät nachts, im zaunlosen Garten des Quartiers, irgendwo, im Haus eines Witwers,
betrachteten wir den Sternenhimmel. Ich war in Gedanken bei meiner mit Fingerfertigkeit und Taschenlampe zu bedienenden „Kosmos“ - Himmelsscheibe, die beiden navigierten an einer Sternen-APP  und wären mir haushoch überlegen gewesen. Analog kontra digitaler Möglichkeit. 
Die Verwandlung, Fortführung eines Bildes, ein Geheimnis darin entdecken, oder ihm ein solches hinzuzufügen sind Akte des Fotokünstlers. Beispielsweise Collage, Chemie, Licht-strahl, mechanischer Eingriff oder Mehrfachbelichtung beim Entwickeln eines analogen Films stehen den nahezu endlosen Möglichkeiten digitaler Rechenprogramme gegenüber. Violetta Wakolbinger weiß mit diesen bestens umzugehen.
Ihre „Architekturfotos“ weisen psychologisch-philosophische „Räume“ auf, eine Suggestion, der man sich nur schwer entziehen könnte, wenn man es wollte.
In der kleinen Fotoserie SCALES, 2016, trifft klare Betonarchitektur auf das Schweigen der Fische eines Aquariums, ein Ineinandergehen. Sie schreibt dazu: Erst nach und nach wird erkennbar, wie wandelbar die Definition eines Glaubens ist und wie eine neu entstandene Spiritualität das Leben selbstbestimmter formen kann.
Wir sind schon sehr gespannt auf ihre Arbeit im Stift Altenburg.
Das Aufeinandertreffen der freigelegten ältesten Gebäudeteile mit moderner Architektur 
bietet unserer Fotokünstlerin eine Bühne, die sie wohl unterschiedlich bespielen wird.
Auch der Dialog mit dem Stiftsleben wird dazu beitragen.  

geboren in Opole / Polen 
lebt und arbeitet in OÖ und Linz 

Violetta Wakolbinger ist freischaffende Künstlerin, Fotografin und Filmemacherin mit den 
Schwerpunkten audiovisuelle Medien und Installation. Ihr Interesse entfaltet sich anhand 
der narrativen Strukturen von Motiv und Material. Ihre Arbeit bündelt Licht, Ton und Raum 
zu Einheiten konzeptueller Vielfalt.

2007 Bachelorstudium, raum&designstrategien
2010 Masterstudium, raum&designstrategien
2011 im Masterstudium, Zeitbasierte Medien
Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz, Österreich.